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Neues Feuerwehrzeughaus 2009


Das in seiner Grundsubstanz auf das Jahr 1885 zurückgehende alte Zeughaus entsprach in keiner Weise mehr den Anforderungen einer Feuerwehr der heutigen Zeit. Feuchte verschimmelte Wände, abbröckelnder Putz, untragbare sanitäre Zustände, Umkleidemöglichkeit direkt neben den Einsatzfahrzeugen und die äußerst beengten Platzverhältnisse machten einen Neubau des Feuerwehrhauses unumgänglich.

Die Geschichte bis zur Realisierung

Bereits im Jahr 1993 tauchte erstmals das Wort Neubau in einer Kommandositzung auf. Ab diesem Zeitpunkt wurden bereits Pläne gewälzt und versucht ein geeignetes Grundstück für das neue Haus zu sichern. Im Jahr 2000 kaufte schließlich die Stadtgemeinde ein etwa 4000 m2 großes Grundstück für das neue Feuerwehrhaus an. Nach einem Architektenwettbewerb im Jahre 2001, jahrelangen Verhandlungen, Planungen und der Zusicherung der finanziellen Mittel durch Stadt und Land Oberösterreich konnte im Frühjahr 2007 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nach knapp 1.5-jähriger Bauzeit, die auch den Kameraden der Feuerwehr Attnang einiges abverlangte, wurde das neue Gebäude am 1. August 2008 im Rahmen eines Festaktes seiner Bestimmung übergeben. Im Beisein von Landesbranddirektor Johann Huber, zahlreichen Ehrengästen sowie ca. 380 Kameraden der umliegenden Wehren wurde das neue Feuerwehrhaus gesegnet.

Kompromiss aus Moderne, Funktionalität, Umweltbewusstsein, Technik und Wirtschaftlichkeit

Es ist kein leichtes Unterfangen, einen Kompromiss zu finden, ein modernes, umweltbewusstes, funktionales, dem Stand der Technik entsprechendes und dennoch wirtschaftliches Gebäude zu bauen. In zahlreichen Sitzungsstunden der verschiedenen Bauausschüsse bestehend aus Feuerwehrmitgliedern und externen Experten und unter perfekter Koordinierung durch das Kommando konnten schon lange vor Baubeginn viele Details geklärt werden. Vieles musste dann aber auch während der Bauphase spontan entschieden werden. Auch wenn wir nicht alle Wünsche erfüllen konnten, sind wir sehr stolz auf das neue Feuerwehrhaus.

Erdgeschoss: Mannschaftsumkleide

Im Einsatzfall kann die Mannschaftsumkleide direkt vom Parkplatz betreten werden, die Zugangstür wird automatisch entriegelt. Fußbodenheizung und das Lüftungssystem sorgen für ein angenehmes Raumklima, die Trennung zu den anderen Räumlichkeiten und die Fliesen ermöglichen adäquate hygienische Bedingungen. Die Alarmierung kann durch einen gespiegelten WAS-Monitor und einem Nadeldrucker bereits im Mannschaftsraum abgelesen werden. Darüberhinaus wird der Alarmierungstext über das Audiosystem auch im Mannschaftsraum und in der Fahrzeughalle wiedergegeben. Mittels eines großen Tasters kann der Einsatz rasch bestätigt werden, es entfällt somit ein Drücken der Taste F5 am WAS-Rechner. Ebenfalls können Funksprüche direkt aus der Mannschaftsumkleide geführt werden.

Erdgeschoss: Fahrzeughalle

Die Feuerwehr Attnang verfügt jetzt über 6 Stellplätze und eine Waschbox mit Ölabscheider. Die Sektionaltore können entweder über Taster oder Fernbedienung bedient werden. Alle Stellplätze sind mit einer Abgasabsaugung und Versorgungsleitungen für Druckluft und Strom ausgerüstet. Die Fahrzeughalle und der Stiegenhaustrakt sind mit einer automatischen Brandmeldeanlage abgesichert. Aus der Fahrzeughalle ist die eingeschränkte Benutzung der Florianstation ebenfalls möglich.

Erdgeschoss: Kommandoraum mit Einsatzzentrale

Der Kommandoraum ist von der Einsatzzentrale durch eine Glasschiebetür trennbar. Die beiden Räume wurden derart konzipiert, auch große Einsatzlagen entsprechend bewältigen zu können. Um den großen Tisch sind Whiteboards, Fernsehen und zahlreicher Stauraum für Einsatzunterlagen untergebracht. Im Normalbetrieb werden im Kommandoraum Besprechungen und Kommandositzungen abgehalten.
Die Einsatzzentrale verfügt über zwei getrennte Arbeitsplätze, jeweils ausgestattet mit Funk, PC und Telefon. Zusätzlich zum WAS-Rechner wurde ein Bedienpanel installiert, das eine einfachere und raschere Alarmierung vor allem von einzelnen Gruppen ermöglicht. In der Einsatzzentrale wird die Beschallung des gesamten Hauses geregelt. Durchsagen in die Fahrzeughalle und die Werkstätten sind von dort aus möglich. Es befindet sich auch ein vom ganzen Haus bedienbares Multifunktionsgerät (Farblaserdrucker, Scanner, Fax und Farbkopierer). Zahlreiches Einsatzmaterial und Einsatzanleitungen ermöglichen auch nicht so geübten „Einsatzkoordinatoren“ ein Abwicklung von Einsätzen.

Erdgeschoss: Büros, Werkstätten, Lagerräume, Schlauchturm und Sanitärräume

Neben dem Haupteingang befindet sich ein Büro für das Kommando mit 4 Arbeitsplätzen, 2 PCs und entsprechendem Stauraum. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Sanitärräume des Erdgeschosses. Über die Fahrzeughalle sind die Atemschutzwerkstätte mit einem Trockenschrank, das Büro für die Gerätewarte ein Lagerraum und eine Werkstätte zu betreten.
Zur Trocknung der Schläuche wurde nicht auf einen Schlauchturm verzichtet, in dem viel Know-How unserer Schlosser steckt. Um den 13m hohen Turm auch für Übungen mit der Drehleiter und für Abseilübungen nutzen zu können wurde die Fassade mit einem speziellen Anstrich versehen.
Mit dem Jugendraum in einem Halbstock unter dem Kommandoraum hat nun auch unsere Feuerwehrjugend einen eigenen Aufenthaltsraum zur Verfügung.

Obergeschoss: Schulungsraum, Bereitschaftsraum

Im Obergeschoss befindet sich der für etwa 40 Personen ausgelegte Schulungsraum, welcher mit moderner Präsentationstechnologie ausgestattet ist. Die Tonanlage und der an der Decke fix montierte Beamer sind mit Radiotuner, Fernsehtuner, Videorekorder, DVD-Player und einem PC-Eingang verbunden. Somit ist Vortragenden die Nutzung aller gängigen Medien möglich. Der Schulungsraum kann durch Öffnen einer mobilen Trennwand um den Bereitschaftsraum vergrößert werden. Sanitärräume befinden sich auch im Obergeschoss.
Ebenfalls im Obergeschoss befindet sich die Hausmeisterwohnung, die über einen eigenen Eingang im Erdgeschoss zu betreten ist.

Keller: Lagerräume und Technik

In dem von der Feuerwehr selbstfinanzierten wasserdichten Keller sind Elektroraum, Heizraum, ein Technikraum für die Notstromversorgung und Lüftungsanlage und weitere Lagerräume untergebracht. Um bei einem möglichen Hochwasser nicht selbst unter Wasser zu stehen und nicht für die Bevölkerung verfügbar zu sein wurde auf eine Abfahrtsrampe in den Keller bewusst verzichtet. Ein angebauter Hubtisch erleichtert das Ein- bzw. Ausbringen von Lasten.

Heizung und Lüftung

Nach zahlreichen Diskussionen, welches die ideale Heizung für unser Haus sein sollte, fiel die Entscheidung auf eine Wärmepumpe mit Tiefensonden. Dies bot sich aus zweierlei Gründen an – erstens der geringe Wartungsaufwand und zweitens die ohnehin erforderlichen Bohrungen für das Fundament im Nachkriegsschüttgebiet. Niedrige Betriebskosten für die Heizung werden unter anderem durch die 16cm Fassadenisolierung sichergestellt.
Um eine optimale Entlüftung der Sanitärräume, Umkleideräume und des Bereitschafts- bzw. Schulungsraumes zu erreichen wurde eine leistungsstarke Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert. Trotz des hervorragenden Lüftungssystems gilt außer im Bereitschaftsraum im ganzen Gebäude Rauchverbot.

Elektroinstallation

Bei der Elektroinstallation wurde auf die Zukunft gesetzt und moderne Technik eingesetzt. Da die Feuerwehr über zahlreiche Elektrotechniker mit entsprechender Praxis verfügt, viel die Entscheidung auf ein BUS-System. Dies verlangte den Kameraden eine perfekte Planung ab. Nach dem Einbau von unzähligen Metern der diversen Kabel, Schalter, Stecker, Sensoren und Steuerungen konnten sie ihr Können bei der Programmierung des Systems beweisen. Zur Wartung des BUS-Systems wurde den Elektrotechnikern eine Fernwartung eingerichtet. Durch Einbau einer Visualisierung können die Feuerwehrmitglieder jederzeit den Zustand des Hauses und die Daten der Wetterstation abrufen.
Das BUS-System versetzt z.B. das Haus im Falle einer Alarmierung automatisch in den Zustand „ALARM“. Dabei wird u.A. die Haustüre zur Mannschaftsumkleide entriegelt und eine voreingestellte Beleuchtung wird aktiviert. Nach Zurückmeldung im WAS wird der Zustand wieder auf Normalbetrieb zurückgestellt.

Netzwerk, Telefonanlage, EDV

Beinahe alle Räume des Feuerwehrhauses wurden mit einer Netzwerkverkabelung versehen, die alle im Technikraum im Keller enden. Eine zentrale programmierbare Telefonanlage ermöglicht dabei die Flexibilität bei der Telekommunikation, ein Switch die Flexibilität der PC-Arbeitsplätze.
Für das Datenmanagement wird ein eigener Server betrieben, der u.A. als Domänencontroller, Web-, Mail- und Datenserver fungiert. Ein großes Augenmerk wurde auch auf Sicherheit gelegt. Das Tor ins Internet wird durch die Firewall GIBRALTAR überwacht, die Festplatten werden in einem RAID betrieben und zusätzlich erfolgt jede Woche eine Vollsicherung der Daten auf ein Bandlaufwerk. Zur Arbeitserleichterung können die Administratoren sämtliche PCs von zuhause aus warten, den Elektrotechniker steht ein Fernzugriff auf die BUS-Programmierung, die Zutrittskontrolle (Fingerprint) und die Telefonanlage zur Verfügung.
Vieles von dem wäre nicht möglich gewesen ohne den unermüdlichen Einsatz der Kameraden und der Hilfe von Firmen und Betrieben aus Attnang – Puchheim. Spezialisten aus den eigenen Reihen, z.B. Elektriker, Installateure, Schlosser und Maurer standen teilweise jeden Tag beim Neubau des Feuerwehrhauses im Einsatz. Es konnten so Kosten eingespart und der eine oder andere Wunsch leichter realisiert werden. Alle Kameraden leisteten über 6.000 Arbeitsstunden. Trotz dieser Leistung musste die Feuerwehr auch noch die hohe Summe von 350.000 € aufbringen, um das Feuerwehrhaus realisieren zu können. Doch die Arbeit und Investitionen haben sich gelohnt. Die Feuerwehr Attnang verfügt nun über ein modernes zukunftsorientiertes Feuerwehrhaus.

Zahlen *** Daten *** Fakten

  • Grundfläche: ca. 4.000 Quadratmeter
  • Verbaute Fläche: ca. 1.200 Quadratmeter
  • Planung: Architekturbüro Lassy, Leonding
  • Projektleitung: Fa. Doubrava, Attnang – Puchheim
  • Gesamtbaukosten: ca. 2,3 Mio.€, davon entfallen auf
    • Land Oberösterreich 580.000€
    • Stadt Attnang–Puchheim ca. 1,22 Mio.€
    • Feuerwehr Attnang ca. 500.000 € (davon 150.000 € in Arbeitsleistung)
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